Pflegeunterstützungsgeld 2026: Wie viel steht Ihnen zu?

Kostenloser Rechner für Ihren Anspruch bei kurzfristiger Pflege eines Angehörigen — anonym, ohne Registrierung, mit offengelegtem Rechenweg.

✓ Geprüft nach offiziellen Quellen · Datenstand: 13.06.2026 · Quellen: SGB XI (§ 44a) · SGB V · GKV-Spitzenverband · Keine Rechtsberatung — unverbindliche Orientierung.

Kurz gesagt:

Sonderfall? Beamte → · Selbständige → · Geschwister →

✅ Akuter Pflegefall? Heute noch erledigen:

  1. Arbeitgeber sofort informieren — mündlich und schriftlich — → Mustertext öffnen
  2. Ärztliche Bescheinigung beim Arzt anfordern — → Unterlagen-Übersicht
  3. Pflegekasse des pflegebedürftigen Angehörigen kontaktieren — → Stelle finden
  4. Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld stellen — → Formulare
  5. Unterlagen im Pflege-Cockpit speichern
📅 Rechenwerte 2026 · geprüft: 13.06.2026 ⚙ Rechtsgrundlage: § 44a SGB XI 🔒 Anonym — keine Datenspeicherung Methodik & Quellen →

Pflegeunterstützungsgeld berechnen

Durchschnitt der letzten 12 Monate vor Ausfall
Beeinflusst Ihren Pflegeversicherungsbeitrag
1 Tag 3 Tage 10 Tage
Max. 10 Arbeitstage pro Kalenderjahr je Angehörigen

2026: Ø 2,9 % (GKV-Spitzenverband). Kassenindividuell: 2,18 %–4,4 %. Den genauen Satz finden Sie auf der Website Ihrer Kasse.

Geschätztes Pflegeunterstützungsgeld
brutto · unverbindliche Schätzung
⚠️ Dieser Betrag ist brutto. Vom Pflegeunterstützungsgeld werden noch Sozialversicherungsbeiträge (KV, PV, RV, AV) einbehalten — ähnlich wie beim Krankengeld. Die tatsächliche Auszahlung liegt entsprechend niedriger.
Tagessatz (brutto)
Ausfalltage
Basis: Netto pro Tag
Monatliches Netto (Basis)
Unverbindliche Orientierung — kein Bescheid. Die Berechnung basiert auf Ihren Angaben und den offiziellen Werten 2026. Abweichungen sind möglich, u. a. wegen kassenindividueller Sätze, Sonderfällen im Steuerrecht und abweichender Berechnung durch die Pflegekasse. Tagesberechnungsbasis: Monatsnetto ÷ 30 Kalendertage (§ 45 Abs. 2 S. 3–5 SGB V i. V. m. § 44a SGB XI). Den verbindlichen Bescheid erteilt Ihre Pflegekasse.
📋 Ihre nächsten Schritte
⌛ Frist Arbeitgeber: taggleich · Pflegekasse: zeitnah
📍 Zuständige Stelle Pflegekasse des pflegebedürftigen Angehörigen
📄 Unterlagen Ärztl. Bescheinigung · letzter Gehaltsnachweis
  1. 1
    Arbeitgeber unverzüglich informieren Noch am selben Tag — schriftlich oder mündlich — über die Verhinderung und voraussichtliche Dauer.
  2. 2
    Ärztliche Bescheinigung organisieren Vom behandelnden Arzt bestätigen lassen, dass eine Pflegebedürftigkeit mindestens im Umfang von Pflegegrad 1 vorliegt (§ 44a Abs. 3 SGB XI).
  3. 3
    Antrag bei der Pflegekasse des Angehörigen stellen Antrag an die Pflegekasse des pflegebedürftigen Angehörigen senden — nicht an Ihre eigene Krankenkasse.
  4. 4
    Entgeltnachweis bereithalten Die Pflegekasse benötigt einen Nachweis Ihres Einkommens (z. B. letzte Gehaltsabrechnung) zur Berechnung des PUG.
  5. 5
    Frist beachten: max. 10 Arbeitstage je Kalenderjahr Nicht verbrauchte Tage verfallen zum 31. Dezember — kein Übertrag ins Folgejahr möglich.

Wer hilft weiter?

Pflegekasse des Angehörigen Zuständig für den PUG-Antrag und die Auszahlung. Kontakt über die Krankenkasse des Pflegebedürftigen.
Arbeitgeber / Personalabteilung Muss unverzüglich über die Verhinderung informiert werden. Klärt ggf. Fortzahlung oder Sonderregelungen.
Pflegestützpunkt Kostenlose, neutrale Beratung zu Pflegeleistungen vor Ort. Stützpunkt finden
Pflegetelefon 030 201 791 31 (Mo–Do 8–18 Uhr, Fr 8–16 Uhr) — Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Achtung: Kein Anspruch für diese Personengruppen

📝 Redaktioneller Hinweis: Das Pflegeunterstützungsgeld ist oft das erste Instrument, das pflegende Angehörige brauchen — und das am häufigsten ungenutzt bleibt, weil der Antrag nicht gestellt wird. Diese Seite erklärt die Berechnung. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Antrag findet sich auf der Seite PUG beantragen.

Wann greift das Pflegeunterstützungsgeld?

Die Mutter hatte einen Sturz, das Krankenhaus entlässt sie in drei Tagen nach Hause — und niemand weiß, wie die Pflege danach geregelt werden soll. Genau für diese Situation gibt es das Pflegeunterstützungsgeld (PUG): eine Lohnersatzleistung nach § 44a SGB XI, die greift, wenn Arbeitnehmer kurzfristig die Arbeit unterbrechen müssen, um einen akuten Pflegefall zu organisieren.

Im Gegensatz zur längerfristigen Pflegezeit (bis 6 Monate) ist PUG für akute Situationen bestimmt. Typische Fälle: Krankenhausentlassung, plötzlicher Sturz, Organisation einer neuen Pflegesituation. Ein bereits festgestellter Pflegegrad ist nicht erforderlich — wohl aber eine ärztliche Bescheinigung, die eine Pflegebedürftigkeit mindestens im Umfang von Pflegegrad 1 bestätigt.

Wie wird das Pflegeunterstützungsgeld berechnet?

Grundlage ist das entgangene Nettoarbeitsentgelt — nicht das BEEG-Netto wie beim Elterngeld, sondern das tatsächliche Netto nach realen Sozialversicherungsbeiträgen.

RechenschrittFormel / Wert
Tages-NettoMonatsnetto ÷ 30 Kalendertage
PUG-Tagessatz90 % × Tages-Netto
Tagesdeckel 2026max. 135,63 € (= 70 % der BBG/Tag)
PUG gesamt (brutto)Tagessatz × Ausfalltage

Vom berechneten Betrag werden anschließend Sozialversicherungsbeiträge einbehalten (wie beim Krankengeld). Die Auszahlung liegt daher unter dem ausgewiesenen Bruttobetrag.

Höchstbetrag Pflegeunterstützungsgeld 2026

Der Tageshöchstbetrag liegt 2026 bei 135,63 € (70 % der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze von 193,75 €). Wer ein sehr hohes Einkommen hat, erhält nicht mehr als diesen Betrag pro Tag.

Wo und wie beantragen?

Der Antrag wird bei der Pflegekasse des pflegebedürftigen Angehörigen gestellt — nicht bei der eigenen Krankenkasse. Den Arbeitgeber müssen Sie unverzüglich informieren und die Verhinderung sowie deren voraussichtliche Dauer mitteilen.

Wichtig: Die 10 Ausfalltage gelten pro Kalenderjahr je pflegebedürftiger Person. Haben Sie mehrere pflegebedürftige Angehörige, gilt die Regelung für jeden separat.

Pflegeunterstützungsgeld: Ablauf in 5 Schritten 1 TAG 1 Akuter Pflegefall verhindert Arbeit 2 SOFORT Arbeitgeber informieren Grund + Dauer nennen 3 BIS 10 TAGE Freistellung läuft ärztl. Beschein. 4 GLEICHZEITIG Antrag bei Pflegekasse Formular einreichen 5 DANACH Auszahlung ~90 % Netto von Pflegekasse
Abb.: PUG-Ablauf nach § 44a SGB XI — Arbeitgeber zahlt vor, Pflegekasse erstattet. Anspruch bis 10 Tage/Jahr je pflegebedürftiger Person.

Häufige Fragen zum Pflegeunterstützungsgeld

Wer hat Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld?

Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer, die wegen einer akuten Pflegesituation bei einem nahen Angehörigen kurzfristig nicht arbeiten können. Ein festgestellter Pflegegrad ist nicht vorausgesetzt.

Kein Anspruch für: Selbständige, Freiberufler, Beamte, Bürgergeld-/Grundsicherungsbezieher.

Wie viele Tage PUG gibt es pro Jahr?

Bis zu 10 Arbeitstage pro Kalenderjahr und pflegebedürftiger Person (§ 44a SGB XI). Nicht verbrauchte Tage verfallen zum Jahresende — sie können nicht ins Folgejahr übertragen werden.

Muss der Pflegegrad bereits festgestellt sein?

Kein festgestellter Pflegegrad ist erforderlich — PUG kann auch beantragt werden, wenn der Antrag auf Pflegegrad noch läuft oder noch nicht gestellt wurde.

Jedoch muss eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden, die bestätigt, dass eine Pflegebedürftigkeit mindestens im Umfang von Pflegegrad 1 vorliegt (§ 44a Abs. 3 SGB XI). Der Arzt bestätigt damit die pflegebedingte Verhinderung an der Arbeit.

Wird PUG vom Arbeitgeber oder der Pflegekasse gezahlt?

Von der Pflegekasse des pflegebedürftigen Angehörigen. Der Arbeitgeber zahlt in dieser Zeit keinen Lohn (es sei denn, er gewährt freiwillig Fortzahlung). Der Antrag ist direkt bei der Pflegekasse zu stellen.

Was sind „nahe Angehörige" im Sinne des PUG?

§ 7 Abs. 3 PflegeZG definiert den Kreis: Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern, Ehegatten, Lebenspartner, Partner nicht-ehelicher Lebensgemeinschaft, Geschwister, Kinder, Adoptiv-/Pflegekinder sowie Schwiegerkinder und Enkelkinder.

Was passiert, wenn der Tageshöchstbetrag überschritten wird?

Bei sehr hohem Einkommen greift der Tagesdeckel von 135,63 € (2026). Wessen 90 % des Tagesnettos diesen Betrag übersteigt, erhält maximal diesen Deckel — nicht mehr. Der Rechner zeigt an, ob der Deckel bei Ihren Angaben wirksam wird.

Was tun, wenn die Pflegekasse das Pflegeunterstützungsgeld ablehnt?

Ein ablehnender Bescheid kann binnen 1 Monat nach Zustellung schriftlich bei der Pflegekasse widersprochen werden (§ 84 SGG). Häufige Ablehnungsgründe: fehlende ärztliche Bescheinigung, Angehöriger fällt nicht in den gesetzlichen Personenkreis (§ 7 Abs. 3 PflegeZG), oder der Antrag wurde zu spät gestellt.

Bleibt der Widerspruch erfolglos, ist Klage vor dem Sozialgericht möglich — kostenlose Erstberatung bieten der VdK und die Verbraucherzentralen.

Transparenz & Quellen

Stand: 13.06.2026
Rechtsgrundlagen: § 44a SGB XI · PflegeZG · SV-Rechengrößen-VO BGBl. 26.11.2025 · GKV-Spitzenverband (BBG 2026) · § 58 SGB XI (PV-Beitragssätze)
Haftung: Diese Berechnung ist eine unverbindliche Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Verbindliche Auskunft erteilt Ihre Pflegekasse.
Tagesbasis: Monatsnetto ÷ 30 Kalendertage — verifiziert nach § 45 Abs. 2 S. 3–5 SGB V i. V. m. § 44a SGB XI (Gemeinsame Grundsätze GKV-Spitzenverband).