Pflegegeld 2026: Was Angehörige wissen müssen

Pflegegeld ist eine monatliche Leistung der Pflegekasse für häusliche Pflege. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten zu Betrag, Auszahlung, Weitergabe und steuerlichen Fragen — klar und ohne Behördensprache.

✓ Geprüft nach offiziellen Quellen · Datenstand: 11.07.2026 · Quellen: SGB XI (§ 37) · BMG-Leistungsbeträge · Pflegekassen · Keine Rechtsberatung — unverbindliche Orientierung.
📅 Rechenwerte 2026 · geprüft: 11.07.2026 ⚙ Rechtsgrundlage: § 37 SGB XI 🔒 Unabhängig — keine Website einer Behörde oder Pflegekasse Methodik & Quellen →

Pflegegeld 2026 nach Pflegegrad

Das Pflegegeld wird monatlich ausgezahlt — die Höhe richtet sich nach dem anerkannten Pflegegrad:

Pflegegrad Pflegegeld / Monat Wer zahlt?
PG 1kein Pflegegeld
PG 2347 €Pflegekasse
PG 3599 €Pflegekasse
PG 4800 €Pflegekasse
PG 5990 €Pflegekasse

§ 37 SGB XI · Beträge 2026 · Mindestpflegegrad für Pflegegeld: Pflegegrad 2

Pflegegeld pro Monat nach Pflegegrad (2026) Pflegegeld pro Monat nach Pflegegrad — Stand 2026 (§ 37 SGB XI) kein Anspruch* PG 1 347 € PG 2 599 € PG 3 800 € PG 4 990 € PG 5 * Pflegegrad 1: kein Pflegegeld — aber Entlastungsbetrag von 131 € monatlich (§ 45b SGB XI)

Voraussetzungen: Wer bekommt Pflegegeld?

Pflegegeld nach § 37 SGB XI setzt drei Dinge voraus: einen anerkannten Pflegegrad von mindestens 2, Pflege in häuslicher Umgebung (zu Hause, bei Angehörigen oder in einer Wohngemeinschaft — nicht im Pflegeheim) und eine selbst organisierte Pflege, etwa durch Angehörige, Freunde oder Nachbarn. Der Antrag wird formlos bei der Pflegekasse gestellt; anschließend begutachtet der Medizinische Dienst (MD) den Pflegebedarf. Wie Sie sich darauf vorbereiten, zeigt der Ratgeber Pflegegrad beantragen.

Beratungsbesuche: Pflicht bei reinem Pflegegeldbezug

Wer ausschließlich Pflegegeld bezieht (ohne Pflegedienst), muss regelmäßig einen Beratungsbesuch nach § 37 Abs. 3 SGB XI abrufen:

  • Pflegegrad 2 und 3: einmal pro Halbjahr
  • Pflegegrad 4 und 5: einmal pro Vierteljahr
  • Pflegegrad 1: freiwillig, einmal pro Halbjahr möglich

Den Besuch führen zugelassene Pflegedienste oder anerkannte Beratungsstellen durch; die Kosten trägt die Pflegekasse. Ein Teil der Beratungen kann inzwischen per Videokonferenz stattfinden — die erste Beratung muss aber vor Ort erfolgen. Wichtig: Wird der Beratungsbesuch versäumt, darf die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen und im Wiederholungsfall ganz entziehen. Das ist einer der häufigsten Gründe für Probleme beim Pflegegeld.

Auszahlung: Wann ist das Pflegegeld auf dem Konto?

Das Pflegegeld wird monatlich im Voraus gezahlt, in der Regel zum Monatsanfang auf das Konto der pflegebedürftigen Person. Beginnt oder endet der Anspruch mitten im Monat, zahlt die Kasse anteilig — pro Tag ein Dreißigstel des Monatsbetrags. Eine Ausnahme gilt beim Tod der pflegebedürftigen Person: Für den Sterbemonat wird das Pflegegeld in voller Höhe gezahlt und nicht zurückgefordert.

Pflegegeld erhöhen und kombinieren

Steigt der Pflegebedarf, lohnt ein Höherstufungsantrag bei der Pflegekasse — formlos, mit erneuter MD-Begutachtung. Zwischen Pflegegrad 2 (347 €) und Pflegegrad 3 (599 €) liegen immerhin 252 € im Monat. Unabhängig davon lassen sich weitere Leistungen zusätzlich zum Pflegegeld nutzen: der Entlastungsbetrag von 131 € monatlich (ab Pflegegrad 1), Tages- und Nachtpflege sowie die Kombinationsleistung, wenn zusätzlich ein Pflegedienst unterstützt. Bei Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalten gelten besondere Regeln — mehr dazu unter Pflegegeld bei Krankenhaus & Kurzzeitpflege.

Häufige Fragen zum Pflegegeld

Ab wann wird Pflegegeld wirklich gezahlt?

Pflegegeld wird in der Regel ab dem Monat der Antragstellung gezahlt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Deshalb ist das Antragsdatum sehr wichtig. Wer später beantragt, kann Geld verlieren.

Wird Pflegegeld rückwirkend gezahlt?

Meist zählt nicht der Beginn der Pflege, sondern der Monat, in dem der Antrag gestellt wurde. Eine rückwirkende Zahlung vor Antragstellung ist in der Regel nicht zu erwarten. Deshalb sollte der Antrag so früh wie möglich gestellt werden — auch wenn der Pflegegrad noch nicht feststeht.

Wann kommt die erste Pflegegeld-Zahlung?

Die erste Zahlung erfolgt meist erst nach Bewilligung des Pflegegrades. Wenn die Bearbeitung länger dauert, kann es nach der Bewilligung zu einer Nachzahlung ab dem Antragsmonat kommen. Wie das genau läuft, hängt von der Pflegekasse ab.

Muss ich nachweisen, wofür ich Pflegegeld ausgebe?

Pflegegeld ist grundsätzlich nicht wie eine klassische Rechnungserstattung aufgebaut. Es soll die häusliche Pflege sicherstellen. Trotzdem muss die Pflege tatsächlich organisiert sein, und vorgeschriebene Beratungsbesuche müssen wahrgenommen werden.

Quittungen oder Belege müssen nicht eingereicht werden — aber wer keinen Pflegedienst hat und Pflegegeld bezieht, muss regelmäßig einen Beratungsbesuch nachweisen.

Darf ich Pflegegeld an Angehörige weitergeben?

Ja. Das Pflegegeld wird an die pflegebedürftige Person gezahlt. Diese kann es an Angehörige oder andere private Pflegepersonen weitergeben, die bei der Pflege helfen. Eine gesetzlich vorgeschriebene Verteilung gibt es nicht — die Familie regelt das selbst.

Kann Pflegegeld für Haushalt, Fahrten oder Betreuung genutzt werden?

Ja, Pflegegeld kann zur Unterstützung der häuslichen Pflege eingesetzt werden. Dazu können auch Hilfe im Alltag, Fahrten, Betreuung oder Anerkennung für pflegende Angehörige gehören, solange die Versorgung gesichert ist.

Kann ich weiterarbeiten, wenn ich Pflegegeld für einen Angehörigen bekomme?

Pflegegeld bekommt die pflegebedürftige Person. Pflegende Angehörige können grundsätzlich weiterarbeiten. Je nach Pflegeumfang können aber Rentenpunkte, Pflegezeit oder Familienpflegezeit relevant werden.

Bekomme ich selbst Geld von der Pflegekasse, wenn ich pflege?

Nicht automatisch. Das Pflegegeld wird an die pflegebedürftige Person gezahlt. Zusätzlich können für Pflegepersonen unter bestimmten Voraussetzungen Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden — das ist ein anderer Kanal. Details unter Rentenpunkte aus Pflege.

Muss ich Pflegegeld in der Steuererklärung angeben?

In vielen privaten Pflegesituationen ist weitergegebenes Pflegegeld für Angehörige steuerfrei. Bei berufsmäßiger oder gewerblicher Pflege kann das anders sein. Im Zweifel sollte man steuerlichen Rat einholen.

Wird Pflegegeld auf Bürgergeld angerechnet?

Pflegegeld ist eine besondere Sozialleistung. Ob und wie es berücksichtigt wird, hängt davon ab, wer es erhält und wofür es weitergegeben wird. Bei Unsicherheit sollte man das Jobcenter oder eine Beratungsstelle fragen — Pflegeberatung in Ihrer Nähe.

Ist Pflegegeld pfändbar?

Pflegegeld ist zweckgebunden und besonders geschützt. In Einzelfällen sollte aber geprüft werden, wie das Geld auf dem Konto behandelt wird, besonders bei Schulden oder Pfändungsschutzkonto. Eine Schuldnerberatung oder Rechtsberatung kann weiterhelfen.

Welche Stelle ist für welche Leistung zuständig?

Pflegekasse: Pflegegeld, Pflegegrad-Begutachtung, Rentenpunkte-Meldung, Pflegeunterstützungsgeld.

BAFzA: Zinslose Darlehen bei Pflegezeit und Familienpflegezeit.

Arbeitgeber: Freistellungsvereinbarung, Kündigungsschutz.

Deutsche Rentenversicherung: Gutschrift der von der Pflegekasse gemeldeten Rentenpunkte.

Neben Pflegegeld gibt es weitere Leistungen: Bei akuten Pflegefällen kann zusätzlich Pflegeunterstützungsgeld möglich sein. Für längere Auszeiten: Pflegezeit-Darlehen oder Familienpflegezeit. Alle Leistungen im Vergleich →

Transparenz & Quellen

Rechenwerte 2026 · Stand11.07.2026
Rechtsgrundlage§ 37 SGB XI (Pflegegeld) · § 37 Abs. 3 SGB XI (Beratungsbesuche)
HaftungUnverbindliche Orientierung — kein Rechtsrat. Verbindliche Auskunft erteilt Ihre Pflegekasse.